Photovoltaik-Grundlagen · 12 Minuten
Wichtige Photovoltaik-Begriffe einfach erklärt
Von Autarkiegrad bis Zyklenfestigkeit: Diese Übersicht erklärt die Begriffe, die Sie für eine erste PV-Berechnung wirklich benötigen – thematisch geordnet, für jeden verständlich und als Nachschlagewerk für Ihre Kundenkommunikation.
Sie müssen nicht alle Fachbegriffe auswendig lernen. Für den Einstieg reicht es, Leistung und Energiemenge zu unterscheiden und zu verstehen, wie Erzeugung, Verbrauch, Eigenverbrauch, Netzbezug und Einspeisung zusammenhängen. Die übrigen Begriffe helfen anschließend dabei, Ertrag und Wirtschaftlichkeit genauer zu bewerten.
Begriffe nach Themenbereich
Die Themenbereiche und die darin enthaltenen Begriffe sind jeweils alphabetisch sortiert.
54 Begriffe in 6 Themenbereichen
Anlage und Technik
11 BegriffeAusrichtungDie Himmelsrichtung, in die die Module zeigen.
Die Ausrichtung beeinflusst, zu welcher Tageszeit eine PV-Anlage besonders viel Strom erzeugt. Süd bringt häufig einen ausgeprägten Mittagsschwerpunkt, Ost-West verteilt die Erzeugung stärker auf Morgen und Nachmittag.
Entscheidend ist nicht nur der maximale Jahresertrag, sondern auch, wie gut die Erzeugungszeiten zum Verbrauch passen.
Belegungsgrad (GCR)Das Verhältnis der Modulfläche zur verfügbaren Dachfläche.
Der Belegungsgrad – englisch Ground Coverage Ratio, kurz GCR – beschreibt, wie dicht ein Dach mit Modulen belegt ist. Süd-aufgeständerte Reihen brauchen Abstand zueinander, damit sie sich nicht gegenseitig verschatten; Ost-West-Systeme stehen dichter und erreichen mehr Leistung je Dachfläche.
Ein hoher Belegungsgrad ist nicht automatisch besser: Er erhöht die installierbare Leistung, kann aber den Ertrag je Modul senken. Die Abwägung zwischen Ertrag je Modul und Ertrag je Dach gehört zur Auslegung.
DegradationDer langsame Leistungsverlust der Module im Laufe der Jahre.
Solarmodule erzeugen nach vielen Betriebsjahren normalerweise etwas weniger Strom als zu Beginn. Dieser schrittweise Rückgang wird Degradation genannt.
In einer langfristigen Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte die jährliche Erzeugung deshalb nicht über 20 Jahre unverändert bleiben.
Gleichstrom (DC)Die Stromart, die Solarmodule zunächst erzeugen.
Beim Gleichstrom fließt die elektrische Ladung in eine gleichbleibende Richtung. Weil Gebäude und Stromnetz Wechselstrom verwenden, wandelt der Wechselrichter den Gleichstrom um.
Kilowatt (kW)Eine Einheit für die Leistung in einem bestimmten Moment.
kW beschreibt, wie schnell gerade Strom erzeugt oder verbraucht wird. Zeigt der Wechselrichter 40 kW an, produziert die Anlage in diesem Moment mit 40 Kilowatt Leistung.
Kilowatt-Peak (kWp)Die Nennleistung und damit das Größenetikett einer PV-Anlage.
kWp gibt die Leistung der Module unter festgelegten Testbedingungen an. Eine 100-kWp-Anlage ist zehnmal so groß dimensioniert wie eine 10-kWp-Anlage, erreicht ihre Nennleistung im Alltag aber nicht dauerhaft.
kWp beschreibt die Größe – nicht den Jahresertrag. Dieser wird in kWh angegeben.
ModulneigungDer Winkel der Solarmodule gegenüber der Waagerechten.
Die Neigung beeinflusst, wie viel Sonnenlicht zu verschiedenen Jahreszeiten auf die Module trifft. Welche Neigung günstig ist, hängt von Standort, Ausrichtung, Dachform und gewünschtem Erzeugungsprofil ab.
Performance Ratio (PR)Eine Kennzahl, die typische Systemverluste zusammenfasst.
Die Performance Ratio setzt den tatsächlich nutzbaren Ertrag zum theoretisch möglichen Ertrag ins Verhältnis. Berücksichtigt werden beispielsweise Verluste durch Temperatur, Leitungen und Wechselrichter.
Eine PR von 0,85 bedeutet vereinfacht, dass im Modell etwa 85 Prozent des theoretischen Ertrags nutzbar werden.
Photovoltaik (PV)Die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom.
Solarzellen in den Modulen erzeugen aus Licht Gleichstrom. Photovoltaik ist nicht dasselbe wie Solarthermie: Solarthermie nutzt Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung.
WechselrichterWandelt den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom um.
Der Wechselrichter ist die elektrische Schaltzentrale der PV-Anlage. Er optimiert den Betrieb, überwacht wichtige Werte und stellt den erzeugten Strom für Gebäude und Netz bereit.
Wechselstrom (AC)Die Stromart, die Gebäude und öffentliches Netz verwenden.
Beim Wechselstrom ändert sich die Richtung des Stromflusses regelmäßig. Der Wechselrichter erzeugt aus dem Gleichstrom der Module netzkonformen Wechselstrom.
Batteriespeicher
9 BegriffeBatteriekapazitätDie Energiemenge, die ein Speicher insgesamt aufnehmen kann.
Die Kapazität wird in kWh angegeben. Sie beschreibt die Größe des Energiespeichers, sagt aber noch nicht, wie viel davon tatsächlich genutzt werden darf.
Entladetiefe (DoD)Der zulässige Anteil der Kapazität, der entnommen werden kann.
DoD steht für „Depth of Discharge“. Eine hohe Entladetiefe erlaubt, einen großen Teil der gespeicherten Energie zu nutzen. Die Betriebsstrategie schützt normalerweise einen Restbereich der Batterie.
LadeleistungWie schnell ein Batteriespeicher Energie aufnehmen kann.
Die Ladeleistung wird in kW angegeben. Eine große Kapazität hilft wenig, wenn kurzfristige PV-Überschüsse schneller entstehen, als der Speicher sie aufnehmen kann.
LadeverlusteEnergie, die beim Ein- und Ausspeichern nicht nutzbar bleibt.
Nicht jede in den Speicher geladene kWh kommt später vollständig zurück. Umwandlung, Elektronik und Batteriechemie verursachen Verluste, die in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden müssen.
Für eine erste überschlägige Berechnung kann bei einem modernen PV-Speichersystem häufig mit einem Gesamtwirkungsgrad von etwa 85 bis 90 Prozent gerechnet werden. Von 10 kWh, die in das Speichersystem fließen, stehen dann später ungefähr 8,5 bis 9 kWh wieder zur Verfügung. Das entspricht Gesamtverlusten von etwa 10 bis 15 Prozent.
Wichtig: Der reine Batteriewirkungsgrad liegt häufig höher. In der Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin lagen die gemessenen Batteriewirkungsgrade zwischen 87,9 und 97,1 Prozent; sechs von zwölf Systemen erreichten mehr als 95,7 Prozent. Der Gesamtwirkungsgrad fällt niedriger aus, weil zusätzlich Verluste im Wechselrichter, bei geringer Leistung und im Bereitschaftsbetrieb entstehen.
Nutzbare KapazitätDer Teil der Batteriekapazität, der im Betrieb verwendet werden kann.
Die nutzbare Kapazität ist meist kleiner als die Brutto- oder Gesamtkapazität. Für die Auslegung ist sie häufig aussagekräftiger, weil sie die tatsächlich verfügbare Energiemenge beschreibt.
Peak Shaving (Lastspitzenkappung)Der gezielte Speichereinsatz, um Bezugsspitzen aus dem Netz zu kappen.
Betriebe mit registrierender Leistungsmessung zahlen neben dem Arbeitspreis einen Leistungspreis auf die höchste 15-Minuten-Last des Jahres. Beim Peak Shaving entlädt der Batteriespeicher genau in diesen Spitzenmomenten und senkt so die abgerechnete Höchstlast.
Dafür muss der Speicher eine ausreichende Entladeleistung haben und eine Energiereserve für Spitzenzeiten vorhalten. Diese Reserve steht dann nicht für die Eigenverbrauchsoptimierung zur Verfügung – die beiden Strategien konkurrieren um den Ladezustand.
Belastbare Peak-Shaving-Aussagen brauchen den realen Viertelstunden-Lastgang. Ohne ihn sollte die kappbare Leistung bewusst konservativ angesetzt werden.
SpeicherwirkungsgradDas Verhältnis von entnommener zu zuvor eingespeicherter Energie.
Werden 10 kWh geladen und später 9 kWh nutzbar entnommen, liegt der vereinfachte Gesamtwirkungsgrad bei 90 Prozent. Je nach Angabe kann sich der Wert nur auf die Batterie oder das gesamte Speichersystem beziehen.
VollzyklusEine vollständige Be- und Entladung, auch aus mehreren Teilzyklen.
Zwei Entladungen über jeweils 50 Prozent entsprechen zusammen ungefähr einem Vollzyklus. Die Zahl der jährlichen Vollzyklen beeinflusst Nutzung, Alterung und Wirtschaftlichkeit.
ZyklenfestigkeitWie viele Ladezyklen eine Batterie voraussichtlich verkraftet.
Die Zyklenfestigkeit ist nur ein Baustein der Lebensdauer. Auch wenn eine Batterie kaum genutzt wird, altert sie mit der Zeit – das nennt man kalendarische Alterung. Wärme und ein lange anliegender hoher Ladezustand beschleunigen diesen Prozess.
Für einen Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) gilt als einfache Orientierung: Ein temperierter Standort ist günstig (etwa 15 bis 25 °C sind besonders schonend, ungefähr 10 bis 30 °C meist unkritisch; Temperaturen oberhalb von etwa 35 °C beschleunigen die Alterung deutlich). Die Batterie sollte nicht unnötig lange vollständig geladen bleiben, auch regelmäßiges Entladen bis an die untere Schutzgrenze belastet sie stärker. Moderate Lade- und Entladeleistungen verursachen weniger Stress und Wärme als häufiges sehr schnelles Laden oder Entladen.
Kurz gesagt: Eine LFP-Batterie fühlt sich an einem kühlen, frostfreien Ort, mit moderaten Ladezuständen und ohne dauerhaft hohe Leistung am wohlsten. Die zulässigen Temperatur- und Ladegrenzen des Herstellers haben jedoch immer Vorrang; das Batteriemanagement schützt den Speicher normalerweise automatisch.
Einspeisung und Vermarktung
7 BegriffeDirektvermarktungDer Verkauf eingespeisten Solarstroms über einen Vermarkter am Strommarkt.
Ein Direktvermarkter übernimmt typischerweise Prognose, Bilanzierung und Verkauf. Dafür entstehen Vermarktungskosten. Direktvermarktung kann sowohl bei Voll- als auch bei Teileinspeisung relevant sein.
EinspeisevergütungEine gesetzlich geregelte Zahlung je eingespeister Kilowattstunde.
Die Höhe hängt unter anderem vom Inbetriebnahmedatum, der Leistung, der Anlagenart und dem Einspeisemodell ab. Sie ist nicht mit dem Strompreis zu verwechseln, den der Betreiber für Netzstrom bezahlt.
Vergütungssätze ändern sich. Für Berechnungen sollte immer der zum geplanten Inbetriebnahmedatum passende Satz verwendet werden.
MarktprämieEin Fördermechanismus für Strom in der Direktvermarktung.
Die gleitende Marktprämie soll vereinfacht die Differenz zwischen dem maßgeblichen Förderwert und dem energieträgerspezifischen Marktwert ausgleichen. Die genaue Berechnung ist regulatorisch festgelegt.
Negative StrompreiseZeiträume, in denen Strom an der Börse einen negativen Preis hat.
Negative Preise entstehen, wenn zeitweise mehr Strom angeboten als nachgefragt wird. Für betroffene EEG-geförderte Anlagen verringert sich der anzulegende Wert in diesen Zeiträumen nach § 51 EEG auf null. Vereinfacht gesagt: Für den während dieser Zeit eingespeisten Strom wird keine EEG-Vergütung beziehungsweise Marktprämie gezahlt.
Das ist beispielsweise bei einer Volleinspeisungsanlage besonders relevant, weil ihre gesamte Erzeugung ins Netz fließt. Die Regel kann aber auch den eingespeisten Überschuss einer Teileinspeisungsanlage betreffen. Direkt im Gebäude genutzter Solarstrom ist davon nicht betroffen.
Wichtig: Die Regel gilt nicht pauschal für jede PV-Anlage. Ausnahmen und Übergangsregeln hängen unter anderem von Anlagenleistung, Inbetriebnahmedatum und intelligentem Messsystem ab. Bei Anlagen unter 100 kW greift § 51 grundsätzlich erst nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem ein intelligentes Messsystem eingebaut wurde; für Anlagen unter 2 kW besteht zunächst eine weitere Ausnahme. Für betroffene Solaranlagen sieht § 51a EEG außerdem eine Verlängerung des Vergütungszeitraums vor.
Solarmarktwert (Referenzmarktwert)Der monatliche Durchschnittserlös von Solarstrom am Spotmarkt.
Der Solarmarktwert gibt an, was Solarstrom im Durchschnitt eines Monats an der Strombörse erlöst hat. Weil alle PV-Anlagen zeitgleich einspeisen und dabei den Preis drücken, liegt er strukturell unter dem allgemeinen Durchschnittspreis.
In der geförderten Direktvermarktung dient er als Referenzmarktwert für die Berechnung der gleitenden Marktprämie: Sie gleicht die Differenz zwischen anzulegendem Wert und Solarmarktwert aus.
Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen den Solarmarktwert monatlich auf netztransparenz.de.
TeileinspeisungSolarstrom wird vor Ort genutzt; nur der Überschuss fließt ins Netz.
Die Teileinspeisung wird auch Überschusseinspeisung genannt. Ihr wirtschaftlicher Nutzen besteht aus vermiedenen Strombezugskosten und Erlösen für den eingespeisten Rest.
VolleinspeisungDie gesamte PV-Erzeugung wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Bei der Volleinspeisung fließt der gesamte erzeugte Solarstrom in das öffentliche Netz. Der Stromverbrauch des Gebäudes wird davon getrennt weiterhin aus dem Netz versorgt. Das Modell kann besonders bei Hallen, Scheunen oder anderen Dachflächen interessant sein, an denen nur wenig Strom verbraucht wird.
Vorteile: Die Anlagengröße muss nicht auf den eigenen Verbrauch abgestimmt werden, sodass eine geeignete Dachfläche möglichst vollständig genutzt werden kann. Außerdem gelten für förderfähige Volleinspeisungsanlagen auf Gebäuden höhere EEG-Vergütungssätze als für die Teileinspeisung. Die Ertragsrechnung hängt weniger vom individuellen Lastprofil ab.
Nachteile: Der erzeugte Strom senkt nicht die eigene Stromrechnung, weil kein Eigenverbrauch stattfindet. Die Wirtschaftlichkeit hängt daher stärker von Einspeisevergütung, Direktvermarktung, Netzanschluss und eingespeister Strommenge ab. Auch negative Strompreise können den Zahlungsanspruch betroffener Anlagen zeitweise auf null reduzieren.
Ob Volleinspeisung oder Teileinspeisung wirtschaftlich besser ist, sollte immer mit derselben Anlagengröße und realistischen Ertrags-, Verbrauchs- und Kostenannahmen verglichen werden.
Ertrag und Standort
6 BegriffeErtragsprognoseEine Schätzung der zukünftigen Stromerzeugung einer PV-Anlage.
Sie verbindet Standortdaten mit Anlagengröße, Ausrichtung, Neigung, Technik und Verlustannahmen. Eine Prognose ist keine Garantie, sondern eine nachvollziehbare Planungsgrundlage.
GlobalstrahlungDie gesamte Sonnenstrahlung auf einer waagerechten Fläche.
Sie besteht aus direkter und diffuser Strahlung. Standort und Wetter bestimmen, wie viel solare Energie grundsätzlich verfügbar ist.
JahresertragDie Strommenge, die eine PV-Anlage in einem Jahr erzeugt.
Der Jahresertrag wird in kWh angegeben. Er schwankt von Jahr zu Jahr mit dem Wetter und hängt zusätzlich von Standort, Anlage und Verlusten ab.
PVGISEin europäisches Werkzeug für Solarstrahlung und mögliche PV-Erträge.
Das Photovoltaic Geographical Information System der Europäischen Kommission liefert standortbezogene Daten und Ertragsprofile. Der Providom Solarrechner nutzt PVGIS als Grundlage für die Standorterzeugung.
Spezifischer ErtragJahresertrag je installiertem kWp.
Die Einheit lautet kWh/kWp. Erzeugt eine 100-kWp-Anlage 95.000 kWh, beträgt der spezifische Ertrag 950 kWh/kWp. So lassen sich Anlagen unterschiedlicher Größe besser vergleichen.
VerschattungSchatten auf Modulen durch Gebäude, Bäume oder Dachaufbauten.
Entscheidend ist, wann, wie lange und auf welchen Teil der Anlage Schatten fällt. Verschattung kann Ertrag und elektrische Planung deutlich beeinflussen.
Stromnutzung und Verbrauch
8 BegriffeAutarkiegradDer Anteil des Stromverbrauchs, der durch Solarstrom gedeckt wird.
Der Autarkiegrad zeigt, wie viel des eigenen Strombedarfs durch die PV-Anlage und gegebenenfalls einen Batteriespeicher gedeckt wird. Ein Autarkiegrad von 50 Prozent bedeutet: Die Hälfte des verbrauchten Stroms stammt aus der eigenen Solaranlage, die andere Hälfte wird weiterhin aus dem öffentlichen Netz bezogen.
Für die Berechnung wird der selbst genutzte Solarstrom durch den gesamten Stromverbrauch geteilt. Verbraucht ein Gebäude beispielsweise 12.000 kWh im Jahr und nutzt davon 6.000 kWh PV-Strom selbst, beträgt der Autarkiegrad 50 Prozent. Ein hoher Autarkiegrad kann den Netzbezug reduzieren, ist aber nicht automatisch die wirtschaftlich beste Lösung – zusätzliche Module oder ein großer Speicher verursachen ebenfalls Kosten.
DirektverbrauchSolarstrom, der zeitgleich mit seiner Erzeugung genutzt wird.
Läuft mittags eine Maschine, während die PV-Anlage Strom erzeugt, kann diese Energie direkt in die Maschine fließen. Der Strom muss nicht zuerst gespeichert werden.
EigenverbrauchPV-Strom, der vor Ort selbst genutzt und nicht eingespeist wird.
Je nach Darstellung umfasst Eigenverbrauch den Direktverbrauch und zusätzlich Solarstrom, der zunächst gespeichert und später vor Ort genutzt wird.
EigenverbrauchsquoteDer selbst genutzte Anteil der gesamten PV-Erzeugung.
Die Eigenverbrauchsquote zeigt, wie viel des erzeugten Solarstroms direkt im Gebäude oder nach einer Zwischenspeicherung selbst genutzt wird. Der verbleibende Teil wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
Für die Berechnung wird der selbst genutzte Solarstrom durch die gesamte PV-Erzeugung geteilt. Erzeugt eine Anlage beispielsweise 10.000 kWh im Jahr und davon werden 6.000 kWh selbst genutzt, beträgt die Eigenverbrauchsquote 60 Prozent. Die übrigen 4.000 kWh beziehungsweise 40 Prozent werden eingespeist.
Eine hohe Eigenverbrauchsquote ist wirtschaftlich häufig interessant, weil selbst genutzter Solarstrom den Einkauf von Netzstrom reduziert. Sie ist aber nicht automatisch das beste Ziel: Eine sehr kleine PV-Anlage kann fast ihren gesamten Strom selbst abgeben und trotzdem nur einen kleinen Teil des gesamten Stromverbrauchs decken. Genau diesen gedeckten Verbrauchsanteil beschreibt der Autarkiegrad.
JahresstromverbrauchDie gesamte verbrauchte Strommenge innerhalb eines Jahres.
Der Jahresverbrauch wird in kWh angegeben. Für die PV-Auslegung ist er wichtig, reicht allein aber nicht aus: Zwei Gebäude mit gleichem Jahresverbrauch können völlig unterschiedliche Lastprofile haben.
LastprofilDer zeitliche Verlauf des Stromverbrauchs.
Das Lastprofil zeigt, wann wie viel Leistung benötigt wird. Es entscheidet wesentlich darüber, wie viel Solarstrom zeitgleich selbst genutzt werden kann.
Für gewerbliche Anlagen ist ein realer Lastgang meist deutlich aussagekräftiger als nur der Jahresverbrauch.
NetzbezugStrom, der zusätzlich aus dem öffentlichen Netz geliefert wird.
Wenn PV-Anlage und Speicher den aktuellen Bedarf nicht decken, kommt die fehlende Menge aus dem Netz. Eigenverbrauch reduziert den Netzbezug, beseitigt ihn aber nicht automatisch.
StromverbrauchDie Energiemenge, die Geräte, Maschinen und Gebäude benötigen.
Stromverbrauch wird als Energiemenge in kWh gemessen. Die gleichzeitig benötigte Leistung wird dagegen in kW angegeben.
Wirtschaftlichkeit
13 BegriffeAmortisationszeitDer Zeitraum, bis die Investition rechnerisch zurückgeflossen ist.
Sie vergleicht die anfängliche Investition mit späteren Einsparungen und Erlösen. Die einfache Amortisation ist gut verständlich, bildet aber Zahlungen nach diesem Zeitpunkt und den Zeitwert des Geldes nur unvollständig ab.
Betriebskosten (OPEX)Laufende Kosten während des Betriebs der PV-Anlage.
Dazu können Versicherung, Wartung, Messstellenbetrieb, Direktvermarktung, Reparaturen und Verwaltung gehören. OPEX steht für „Operating Expenditure“.
CashflowDie Ein- und Auszahlungen eines Projekts in einem Zeitraum.
Der Cashflow zeigt, wie viel Geld durch eine PV-Anlage in einem bestimmten Jahr tatsächlich hinein- oder hinausfließt. Zu Beginn steht normalerweise ein großer negativer Cashflow, weil die Anlage gekauft und errichtet wird. In den folgenden Jahren entstehen positive Zahlungsströme durch eingesparte Stromkosten und Einspeiseerlöse.
Davon werden laufende Auszahlungen wie Wartung, Versicherung, Messstellenbetrieb, Direktvermarktung, Reparaturen, Kreditzinsen und gegebenenfalls Steuern abgezogen. Bleiben beispielsweise 20.000 Euro Einsparungen und Erlöse übrig und fallen 3.000 Euro laufende Auszahlungen an, beträgt der vereinfachte Cashflow dieses Jahres 17.000 Euro.
Werden die jährlichen Cashflows zusammengerechnet, entsteht der kumulierte Cashflow. Er zeigt unter anderem, wann die anfängliche Investition rechnerisch zurückverdient ist.
DiskontierungszinsDer Zinssatz, mit dem zukünftige Zahlungen auf heute abgezinst werden.
Geld, das erst in einigen Jahren zur Verfügung steht, wird wirtschaftlich niedriger bewertet als derselbe Betrag heute. Der Grund: Heute verfügbares Kapital könnte zwischenzeitlich anderweitig angelegt werden, und zukünftige Einnahmen sind mit Unsicherheiten verbunden.
Mit dem Diskontierungszins werden deshalb alle zukünftigen Cashflows auf einen heutigen Vergleichswert umgerechnet. Bei einem Diskontierungszins von 5 Prozent entsprechen 1.000 Euro, die erst in zehn Jahren eingehen, heute rechnerisch nur rund 614 Euro. Je höher der angesetzte Diskontierungszins ist, desto geringer werden weit in der Zukunft liegende Einsparungen und Erlöse bewertet.
Wichtig: Der Diskontierungszins ist nicht dasselbe wie der Kreditzins. Der Kreditzins beschreibt die Finanzierungskosten; der Diskontierungszins ist eine Bewertungsannahme für Zeitwert, alternative Kapitalverwendung und Risiko.
Interne Rendite (IRR)Die rechnerische Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
IRR steht für „Internal Rate of Return“. Die Kennzahl eignet sich zum Vergleich verschiedener Investitionen, sollte aber immer gemeinsam mit Kapitalwert, Laufzeit und Annahmen betrachtet werden.
Investitionsabzugsbetrag (IAB)Ein steuerlicher Vorab-Abzug für geplante Investitionen nach § 7g EStG.
Der Investitionsabzugsbetrag erlaubt es Betrieben unter bestimmten Voraussetzungen, einen Teil der voraussichtlichen Anschaffungskosten – bis zu 50 Prozent – bereits vor der Investition gewinnmindernd geltend zu machen. Das verschiebt Steuerentlastungen zeitlich nach vorn und verbessert die Liquidität in der Investitionsphase.
Der IAB mindert die spätere Abschreibungs-Bemessungsgrundlage, und bei ausbleibender Investition wird er rückwirkend aufgelöst.
Ob der IAB im Einzelfall anwendbar ist, hängt von betrieblichen Voraussetzungen ab – das klärt der Steuerberater.
Investitionskosten (CAPEX)Die anfänglichen Kosten für Planung, Kauf und Errichtung.
Dazu gehören typischerweise Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage, Elektroarbeiten und gegebenenfalls Speicher oder Netzanschluss. CAPEX steht für „Capital Expenditure“.
KapitalwertDer heutige Wert aller erwarteten Ein- und Auszahlungen.
Der Kapitalwert berücksichtigt den Zeitpunkt der Zahlungen über den gesamten Betrachtungszeitraum. Ein positiver Kapitalwert bedeutet unter den gewählten Annahmen, dass die Investition die angesetzte Mindestverzinsung übertrifft.
LeistungspreisEin Netzentgelt-Bestandteil, der sich nach der höchsten Bezugsleistung richtet.
Betriebe mit registrierender Leistungsmessung zahlen den Leistungspreis in Euro je Kilowatt und Jahr auf die höchste 15-Minuten-Durchschnittslast des Abrechnungszeitraums. Eine einzige Lastspitze kann damit die Jahresabrechnung prägen.
Eigenverbrauch aus der PV-Anlage senkt den Leistungspreis nicht zuverlässig, weil die Jahreshöchstlast oft in sonnenarme Stunden fällt. Gezielt senken lässt er sich mit Lastspitzenkappung – etwa durch einen Batteriespeicher mit Peak-Shaving-Strategie.
Die Höhe legt das Preisblatt des örtlichen Netzbetreibers fest; sie unterscheidet sich je Netzgebiet erheblich.
NetzentgelteDie Entgelte für die Nutzung des öffentlichen Stromnetzes.
Netzentgelte sind Teil des Strompreises und decken Bau, Betrieb und Unterhalt der Netze. Bei Gewerbekunden mit Leistungsmessung bestehen sie typischerweise aus einem Arbeitspreis je Kilowattstunde und einem Leistungspreis je Kilowatt Höchstlast.
Für die PV-Rechnung sind sie doppelt relevant: Der Arbeitspreis-Anteil gehört zum Wert jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde, der Leistungspreis-Anteil lässt sich nur über Lastspitzenkappung beeinflussen.
Sonder-AfA (§ 7g EStG)Eine zusätzliche Abschreibung von bis zu 40 Prozent in den ersten Jahren.
Begünstigte Betriebe können neben der regulären Abschreibung eine Sonderabschreibung von bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten geltend machen – verteilt auf das Anschaffungsjahr und die vier Folgejahre. Zusammen mit dem Investitionsabzugsbetrag lässt sich so ein großer Teil der Investition steuerlich in die ersten Jahre vorziehen.
Wie der IAB verändert die Sonder-AfA nicht den Ertrag der Anlage, sondern den zeitlichen Verlauf der Steuerzahlungen – und damit Liquidität und Kapitalwert.
Die Voraussetzungen sind betriebsbezogen; die Anwendbarkeit im Einzelfall gehört in die steuerliche Beratung.
Stromgestehungskosten (LCOE)Die durchschnittlichen Kosten je erzeugter Kilowattstunde Solarstrom.
Investition, Betriebskosten, Finanzierung, Lebensdauer und Ertrag werden auf die erzeugte Strommenge umgelegt – englisch Levelized Cost of Energy, kurz LCOE. Die Kennzahl ermöglicht einen Vergleich mit dem Strompreis oder alternativen Erzeugungsformen.
Die richtige Vergleichsgröße ist der Bezugsstrompreis, nicht der Einspeisesatz: Liegen die Stromgestehungskosten unter dem vermiedenen Arbeitspreis, lohnt jede selbst verbrauchte Kilowattstunde.
StrompreisDer Preis für Strom, der aus dem Netz bezogen wird.
Für den Wert des Eigenverbrauchs ist entscheidend, welcher Preisbestandteil durch eine selbst genutzte kWh tatsächlich vermieden wird. Bei Gewerbe können Arbeitspreis, Leistungspreis und weitere Bestandteile unterschiedlich wirken.
Eine 10-kWp-Anlage in acht Kennzahlen
Die Anlage erzeugt in diesem vereinfachten Beispiel 10.000 kWh pro Jahr. Das Gebäude verbraucht 12.000 kWh. Davon werden 6.000 kWh direkt oder über einen Speicher mit Solarstrom gedeckt.
Begriffe direkt im Rechner anwenden
Im Solarrechner begegnen Ihnen unter anderem kWp, Jahresertrag, Performance Ratio, Lastprofil, Eigenverbrauch, Autarkiegrad, Stromgestehungskosten, Kapitalwert und IRR. Die Info-Schaltflächen erklären die jeweilige Eingabe zusätzlich an Ort und Stelle.
Rechner öffnenQuellen und Aktualisierungsstand
Fachlich geprüft am 6. Juli 2026. Regulatorische Begriffe werden in eigenen Vertiefungsartikeln mit dem jeweils aktuellen Rechtsstand ausführlicher erläutert.
- Umweltbundesamt: Photovoltaik
- EU Joint Research Centre: PVGIS
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2026
- Journal of Energy Storage: kalendarische und zyklische Alterung stationärer LFP-Zellen
- Applied Sciences: Einfluss von Temperatur, Ladezustand und Betriebsweise auf LFP-Alterung
- § 51 EEG: Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativen Preisen
- § 51a EEG: Verlängerung des Vergütungszeitraums bei negativen Preisen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen kWp und kWh?
kWp beschreibt die Nennleistung und damit die Größe einer PV-Anlage. kWh beschreibt eine Energiemenge – beispielsweise den Jahresertrag oder Stromverbrauch.
Sind Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad dasselbe?
Nein. Die Eigenverbrauchsquote betrachtet den selbst genutzten Anteil der PV-Erzeugung. Der Autarkiegrad betrachtet den durch Solarstrom gedeckten Anteil des gesamten Stromverbrauchs.
Welche Begriffe sind für den Einstieg am wichtigsten?
Beginnen Sie mit kWp, kW, kWh, Jahresertrag, Eigenverbrauch, Eigenverbrauchsquote, Autarkiegrad, Lastprofil, Netzbezug und Einspeisung. Die Finanzkennzahlen werden wichtig, sobald Sie konkrete Varianten vergleichen.
Muss ich alle Begriffe verstehen, bevor ich eine PV-Anlage berechne?
Nein. Für eine erste Vorprüfung reichen Standort, Anlagengröße, Ausrichtung, Verbrauch, Kosten und Einspeisemodell. Viele weitere Werte können zunächst als transparente Annahmen verwendet und später präzisiert werden.
